Part 5 Vom tropischen Norden ins Herz des Outbacks

18. Juli 2026 durch
Emma Böhm


Nach den tropischen Tagen in Port Douglas wurde es Zeit für das nächste große Kapitel unserer Reise. Vor uns lagen tausende Kilometer Outback – endlose Straßen, Roadhouses und Landschaften, die mit jedem Kilometer wilder wurden.


Bevor wir Cairns verließen, wurde die Public Library noch einmal zum mobilen Büro. Offline-Karten, Campingplätze, Podcasts und Filme wurden über das kostenlose WLAN heruntergeladen – denn schon bald würden Empfang und Supermärkte zur Seltenheit werden. Coffee to go geschnappt und los ging’s Richtung Townsville.


Je weiter wir ins Landesinnere fuhren, desto mehr veränderte sich Australien. Das satte Grün verschwand langsam und wurde durch rote Erde, weite Ebenen und kilometerlange Straßen ersetzt. Genau dieses Gefühl macht einen Roadtrip durchs Outback so besonders: Stundenlang fährt man geradeaus und trotzdem wird einem keine Sekunde langweilig. Stell ich mir nur die Frage: Wann komm ich wieder aufs Wasser? Die nächsten Wochen wird meine Boardbag wie ein 4. sehr unbeweglicher Passagier hin und her geräumt.


Ein erstes Highlight war der Porcupine Gorge National Park. Schon die Fahrt dorthin wurde immer beeindruckender und trockener. Am Lookout öffnete sich plötzlich eine riesige Schlucht mitten im Nirgendwo – einer dieser Orte, die man auf Fotos kaum richtig einfangen kann.


Mit jedem Tag wurde das Outback ursprünglicher. In Charters Towers gehörten Snake Bite Bandages plötzlich zur Standardausrüstung, auf den Rest Areas teilten wir uns den Sonnenuntergang mit Kängurus und nachts wurde der Sternenhimmel immer beeindruckender. Genau diese einfachen Momente machen das Leben auf der Straße aus.


Nach mehreren langen Fahrtagen erreichten wir schließlich Mount Isa. Die Stadt ist vor allem für eine der größten Bergbauregionen Australiens bekannt, bot für uns aber vor allem eines: eine kleine Verschnaufpause. Lake Moondarra mit seinen Pfauen, etwas Grün und Wasser fühlte sich nach den vielen Kilometern fast wie Urlaub an.


Eine Sache hatten wir allerdings unterschätzt: den Winter im Outback. Tagsüber angenehm warm, nachts plötzlich nur noch drei Grad. Wärmflaschen, Hauben und dicke Pullover wurden innerhalb weniger Tage zu unseren wichtigsten Reisebegleitern.


Von Mount Isa ging es weiter Richtung Northern Territory. Der Moment, als das Schild an der Grenze auftauchte, musste natürlich festgehalten werden. Nach einer Woche auf der Straße fühlte es sich an, als würde jetzt das nächste große Abenteuer beginnen.


Kurz darauf standen wir zwischen den Devils Marbles – oder Karlu Karlu, wie sie von den traditionellen Eigentümern genannt werden. Die riesigen Granitkugeln wirken, als hätte sie jemand einfach mitten in die Landschaft gelegt. Zum Sonnenuntergang färbten sich die Steine immer intensiver rot und genau in diesem Moment wurde uns bewusst, wie weit uns dieser Roadtrip bereits gebracht hatte.


Nach tausenden Kilometern lagen nun Alice Springs und das berühmte Red Centre direkt vor uns. Das eigentliche Abenteuer konnte beginnen.



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